Metadaten aus PNG-Bildern entfernen
02 Eine andere Datenschutzgeschichte als bei JPEG
Die meisten PNG-Dateien sind keine Kamerafotos - es sind Screenshots, Grafiken oder Exporte aus einem
Bearbeitungswerkzeug. Das ändert das echte Risiko: PNGs tragen selten GPS-Daten, da Screenshots von
vornherein kein Kamera-GPS zum Aufzeichnen haben. Was sie tragen, sind "Hilfsblöcke" -
tEXt/iTXt-Freitextfelder (manchmal der Name der Software, die die Datei
erstellt hat, oder Notizen eines Bearbeitungswerkzeugs), ein iCCP-Farbprofil, und
gelegentlich ein echter eXIf-Block, wenn das PNG von einer Kamera oder einem Telefon statt
von einem Screenshot stammt.
Tiefer einsteigen: warum der eigene Endemarker von PNG immer noch auf angehängte Daten geprüft wird
PNG hat einen definierten Dateiendeblock, IEND, genau wie JPEG einen
Bildendemarker hat - und derselbe Polyglott-Trick gilt: Daten, die nach IEND angehängt
werden, sind für einen normalen Bildbetrachter unsichtbar, aber physisch noch in der Datei
vorhanden. Die vollständige Pixel-Rekonstruktion verwirft sie bedingungslos, dieselbe Garantie, die
auf der Vergleichsseite beschrieben wird, egal was sich
tatsächlich dort versteckte.
Warum PNG das Format ist, auf das Steganografie tatsächlich zielt
PNG ist verlustfrei - jeder Pixelwert, den Sie speichern, ist genau der Wert, der zurückgelesen wird, ohne dass eine erneute Komprimierung irgendetwas glättet. Genau diese Eigenschaft sorgt dafür, dass das Verstecken von Daten in den niedrigstwertigen Bits von Pixelwerten (die klassische LSB-Steganografie) einen naiven "nur die Metadaten entfernen"-Schritt komplett unversehrt überlebt - die Pixel selbst ändern sich nie, nur die Metadaten um sie herum ändern sich. Die optionale Steganografie-Minderung dieses Werkzeugs (Löschen der niedrigstwertigen Bits jedes Pixels) existiert genau aus diesem Grund und ist für PNG weit relevanter als für JPEG, wo die erneute Komprimierung diese Bits bereits als Nebeneffekt stört.
Komprimierungsvoreinstellungen in einem verlustfreien Format
Da PNG kein Konzept von "Qualität" wie JPEG hat, steuern die Komprimierungsvoreinstellungen hier stattdessen die Aggressivität der Filterung und der Deflate-Komprimierung - Super komprimiert investiert mehr Aufwand, um eine kleinere Kodierung genau derselben Pixel zu finden, nicht eine minderwertigere. Jede Voreinstellung entfernt trotzdem 100 % der Metadaten.